Wenn du nach dem Elsass fährst, kommst du um die lokale Küche nicht herum. Ehrlich gesagt ist das auch gut so, denn die Region hat kulinarisch echt einiges drauf. Flammkuchen kennst du wahrscheinlich schon, aber da geht noch viel mehr. Ich persönlich finde, dass viele die echten Klassiker verpassen, weil sie nur das Offensichtliche bestellen.
Die elsässische Küche ist eine Mischung aus französischer Finesse und deutschem Herzhaften – und genau das macht sie so besonders. Falls du noch Inspiration für weitere kulinarische Entdeckungen in der Region suchst, schau mal bei https://maisondessaveurs.com vorbei. Aber jetzt erstmal zu den Gerichten, die du wirklich nicht verpassen solltest.
Choucroute garnie – mehr als nur Sauerkraut
Fangen wir mit dem Klassiker schlechthin an : die Choucroute garnie. Klingt fancy, ist aber im Grunde Sauerkraut mit Fleisch – wobei das die Sache ziemlich untertreibt. Du bekommst einen Teller mit Sauerkraut, das mit Weißwein, Wacholderbeeren und Schmalz zubereitet wurde, dazu verschiedene Fleischsorten : geräucherte Schweinswurst, Kassler, manchmal auch Blutwurst.
Ich gebe zu, die Portion ist riesig. Wirklich. Du solltest hungrig kommen oder dir überlegen, ob du das Ganze mit jemandem teilst. Das Sauerkraut ist dabei überraschend mild und nicht so sauer wie viele denken. Die Säure wird durch die Zubereitung mit Weißwein und Schmalz ziemlich gut ausgeglichen.
Flammkuchen – aber richtig
Ja, Flammkuchen (Tarte flambée) kennst du. Aber hast du ihn schon mal direkt aus dem Holzofen gegessen, in einem traditionellen Winstub? Das ist nochmal was anderes. Der dünne Teig wird mit Crème fraîche, Zwiebeln und Speck belegt – fertig. Keine Experimente mit Lachs oder Ziegenkäse, zumindest nicht beim Original.
Was viele nicht wissen : Traditionell wurde der Flammkuchen früher genutzt, um die Temperatur des Holzofens zu prüfen, bevor das Brot gebacken wurde. Daher auch der Name. Heute ist er ein absolutes Muss, und ich rate dir, ihn gleich zu Beginn der Mahlzeit zu bestellen – am besten noch warm aus dem Ofen.
Baeckeoffe – das versteckte Juwel
Hier wird’s interessant. Der Baeckeoffe ist ein Eintopf aus drei verschiedenen Fleischsorten (meist Schwein, Rind und Lamm), Kartoffeln, Zwiebeln und Weißwein, alles zusammen in einer Tonform geschmort. Der Name kommt übrigens vom „Bäckerofen“, weil früher die Hausfrauen ihre Töpfe zum Bäcker brachten, der sie dann in seinem noch warmen Ofen langsam garen ließ.
Ich finde, das ist eines der unterschätztesten Gerichte der Region. Es braucht Zeit – mindestens drei Stunden Garzeit – aber genau das macht es so zart und aromatisch. Du findest es nicht überall auf der Karte, aber wenn du es siehst : bestellen.
Spätzle und Munster – eine gewagte Kombination
Jetzt kommts : Munster-Käse. Der riecht… sagen wir mal intensiv. Sehr intensiv. Aber lass dich davon nicht abschrecken. Im Elsass wird er oft warm serviert, mit Spätzle oder Kartoffeln, und ehrlich gesagt schmeckt er viel besser als er riecht. Der Käse ist cremig, würzig, und wenn du ihn mit einem guten elsässischen Weißwein kombinierst, ergibt das wirklich Sinn.
Ob du den Munster magst oder nicht, ist natürlich Geschmackssache. Manche Leute lieben ihn sofort, andere brauchen zwei, drei Anläufe. Probieren solltest du ihn auf jeden Fall – am besten in einer typischen Ferme-auberge, wo er oft direkt vor Ort hergestellt wird.
Bretzel und Kougelhopf – nicht nur fürs Frühstück
Die elsässische Bretzel ist fester und salziger als die deutsche Variante. Du findest sie in jeder Boulangerie, oft noch warm. Perfekt als Snack zwischendurch oder zum Aperitif mit einem Glas Crémant d’Alsace.
Der Kougelhopf ist dagegen ein süßer Hefekuchen mit Rosinen und Mandeln, gebacken in einer speziellen Ringform. Traditionell gibt’s den zum Sonntagsfrühstück, aber du kannst ihn auch nachmittags zum Kaffee genießen. Mein Tipp: such dir eine kleine Bäckerei in einem Dorf, nicht die Kette an der Hauptstraße. Der Unterschied ist spürbar.
Wo und wann du am besten isst
Ganz ehrlich ? Vermeide die Touristenfallen in Straßburg an der Cathédrale. Ja, die Lage ist schön, aber Qualität und Preis stimmen selten überein. Geh lieber in die Seitengassen oder noch besser : fahr raus aufs Land. In den kleinen Dörfern wie Riquewihr, Kaysersberg oder Eguisheim findest du authentischere Adressen.
Die meisten traditionellen Restaurants (Winstubs) haben mittags ein günstiges Menü, das oft genauso gut ist wie abends – nur deutlich preiswerter. Reservieren ist vor allem am Wochenende sinnvoll, viele Lokale sind klein und schnell voll.
Was du sonst noch wissen solltest
Die elsässische Küche ist deftig. Sehr deftig. Wenn du drei Tage hintereinander Choucroute und Baeckeoffe isst, wirst du das merken. Vielleicht variierst du ein bisschen oder gönnst dir zwischendurch was Leichteres – eine Tarte à l’oignon zum Beispiel, die ist zwar auch reichhaltig, aber nicht ganz so schwer.
Und noch was : Die Elsässer nehmen ihr Essen ernst. Wenn du in einem traditionellen Restaurant sitzt, nimm dir Zeit. Hetz nicht durch die Gänge. Das gehört zur Kultur dazu – gutes Essen braucht Muße, nicht Tempo. Ist das nicht eigentlich in ganz Frankreich so ? Ja, schon, aber im Elsass hat das nochmal eine besondere Note.
Viel Spaß beim Entdecken – und komm bloß nicht mit leerem Magen zurück !